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Erlebte Gentrifizierung

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Erlebte Gentrifizierung

Zum Tod von Dieter Bernhard

Zum Tod von Peter Woelck

Erinnerungen an Peter Woelck

28 Jahre lang lebte der über die Grenzen hinaus bekannte DDR Fotograf Peter Woelck in seinem Fotoatelier in der Kastanienallee, Ecke Schwedter Straße. Im Zuge einer sog. »Verwertungskündigung« des neuen Eigentümers des Hauses wurde ihm die Wohnung zum 28.Februar 2010 gekündigt. Damit war ihm die Grundlage für sein weltweit anerkanntes Schaffen entzogen.
Einen Tag nach Kündigung seines DDR-Mietvertrags, ist Peter Woelck am 1.März 2010 überraschend verstorben.

Die website von Peter Woelck – http://www.woelck-photographie.com/index.htm – wurde inzwischen abgeschaltet.

taz 17.03.2010: Der sensible Dokumentar des Alltags

Tagesspiegel 19.04.2010: Der Weggang – R.I-P.

schmalspurgeflüster 04.Mai 2010: Die Leiden des wilden Woelck – Von einem begnadeten Fotografen, der sich nicht zu vermarkten wusste

insbesondere 21.02.2010

Der Investor hat sich durchgesetzt: seit 1.3.2010 wohnt Peter Woelck nicht mehr in der Kastanienallee 36a
NACHTRAG: erst später mussten wir bestürzt erfahren, dass dies zugleich Peter Woelcks Todestag war.

Tagesspiegel 15.07.09: Die Wut des Fotografen-Dinos

Berliner Zeitung 01.08.09: Der letzte Mieter

marthashofblog: Peter Woelck bei BIN-Berlin.org am 01.11.2009

AKTUELL: Brief des Fotografen Peter Woelck an AIM/ BIN-Berlin vom 22.07.09

Hallo,

auch das haus in der kastanienallee 36a, 10435 wird umgebaut.
alle mieter raus, haus soll aufgestockt werden, je etage soll ein
appartement von gut 100qm entstehen, welches nach käuferwünschen
ausgestattet werden soll!
alle mieter, außer EG, sind bereits ausgezogen.

Bild

ich habe einen wohnungsmietvertrag von 1984 für eine
zweiraumwohnung mit kammer, wc und küche,
die sich im EG befindet.
(steht man vor dem Haus, links, 2 schaufenster, in denen ich fotos zeige)
auf der rechten seite befindet sich ein kleiner modeladen, der soll
natürlich auchweg!

aber von mir hängt alles weitere ab, ziehe ich nicht aus,
verzögere ich sämtlich bauvorhaben des neuen hausbesitzers.

und, ich wehre mich!
ein vergleichbares objekt konnte man mir nicht anbieten...
finanziell wurde mir angeboten »den umzug bezahlen wir ihnen ja,
sicher bleibt auch noch was für sie übrig....«

über diesen meinen fall hat die »tageszeitung« berichtet.
siehe in anlage pdf.

mich besuchen nun einige leute, die das gelesen haben,
und bekunden ihr mitgefühl.

einer war vom rundfunk, der gab mir den tip, ihnen davon zu berichten.
meinte, sie hätten da doch die meiste erfahrung, was man
gegen solche vorhaben unternehmen kann.

einem anderem künstler, bezirk wedding, schrieb mir auch
und bot mir seine hilfe an. nur wußte er nicht, wie er mir helfen könnte...

ihm schrieb ich:

»hallo,

vielen lieben dank für deine lobenden worte und dein hilfeangebot.

ja, was kann man dagegen tun?

die sache möglichst öffentlich zu machen!!!

kannst den tagesspiegelartikel ja bitte weitersenden an freunde und bekannte...
oder auch ein paar exemplare ausdrucken und verteilen...
möglichst viele leute sollten ihre schriftliche empörung dazu äußern
oder auch gleich zum öffentlichen gerichtstermin kommen!

schriftliche äußerungen sammle ich,
um sie dann beim gerichtstermin vorlegen zu können.

weiter findest du einen etwas älteren beitrag in der FAZ.
er ist sehr schön geschrieben und der leser erfährt darin so einiges
über mich.

und schließlich noch einen längeren beitrag zum thema »berlin und die
fotografie«.
auf der ersten seite des word.doc befindet sich der teil, der mich da
beschreibt...
in originaltext (ab seite 2) aber kommt dieser teil erst am ende des
ganzen berichts vor,
nachdem alles, was zum thema überhaupt zu berichten wäre,
von der entstehung der agentur magnum, agentur ostkreuz,
solchen großen fotografen wie ... bis hin zu allen großen fotogalerien
berlins,
gesagt wurde.
wenn dann da zuletzt steht, ich sei sowas wie der star aller stars...,
na mehr lob kann man kaum erhalten!

ja, und so ist es,
da will dann ein hausbesitzer maximalen profit aus seinem haus
rausschlagen,
was das für mich als mieter und künstler, aber ja auch für die
öffentlichkeit bedeutet,
vollkommen uninteressant!
für mich bedeutet es soviel wie die aufgabe meines lebens!
in einer sozialhilfeempfänger angemessenen wohnung
wird es keine dunkelkammer, in der man bequem auch mal 50x60 baryts
vergrößern kann, mehr geben,
und meinen planschrank zur aufbewahrung meiner arbeiten wird da auch
nicht reinpassen...
(nach dem motto, was will ein soialhilfeempfänger überhaupt damit...,
»gehen sie lieber papier aufheben morgens um 7 uhr, da haben sie genug
zu tun...«)

vielleicht aber gewinne ich ja die erste instanz,
schließlich sind alle begründungen meiner kündigung blödsinn,
es gibt hier kein fotostudio, folglich schon gar nicht ein gewerbliches!

aber es gibt noch einen zweiten grund der kündigung,
der aber im artikel nicht erwähnt wird:
der frühere hauseingang von der strasse her
ging einmal durch meine wohnräume.
die 36a hat zur zeit, seit ca. 1981, keinen eigenen eingang.
und ein solcher muss aber wieder hergestellt werden.
hausnachbarn dulden nicht mehr den weg über ihre grundstücke!
dennoch,
nichts schreibt vor, das der zu schaffende eingang genau an der stelle
des alten sein muss!
er könnte genausogut durch den an meine wohnung angrenzenden laden
geführt werden.
mir als wohnungsmieter müsste nicht gekündigt werden,
und der inhaber der kleinen modeboutique könnte an seinem alten standort
seine tätigkeiten fortsetzen...
siehe in alage pdf »situationsbeschreibung in fotos«.

zum schluß noch ein pdf, das plakat zu meiner ausstellung,
vernissage am 04.08.09, 19 uhr, in der oderbergerstr. 15, im
»entweder-oder«.
weitersenden, ausdrucken, zb. als postkarte oder so, und verteilen...

hoffentlich kommt diese email mit all den 7 anhängen heil an...
kannst ja mal bitte rückmailen...

einen schönen abend

wünsche ich

gruss

peter w.

Do, 15.4.2010 – 20:15

achtung berlin – new berlin film award präsentiert:

Lychener 64

D 2010, R: Jakob Rühle, Fabio Dondero, Teresina Moscatiello, 83 Min.
Berlin-Premiere mit Regisseuren und Team

20 Jahre nach der Wende ist das größte Sanierungsvorhaben Europas beinahe beendet. Im Stadtteil Prenzlauer Berg in Berlin wird eines der letzten alten Häuser der Gegend saniert: Das Mehrfamilienhaus in der Lychenerstraße 64. »Lychener 64« ist ein Film über den Alltag und die Veränderung. Der Dokumentarfilm begleitet die Bewohner und das Haus bei dem Prozess der Transformation vom Substandard zum normierten Leben. Der Film zeichnet in dieser Umbruchphase die Arbeiten am Haus auf, begleitet alle, die diesen Prozess der räumlichen und sozialen Transformation mitgestalten, dokumentiert Verhandlungen, Entwicklungen und Stimmungsschwankungen einer Hausgemeinschaft, die sich mehr und mehr zusammenfindet. Protest,
Abschiedsstimmung, Auszüge, Umzüge in neue Wohnungen, neues Leben.

Wohnverhältnisse
Andrej Holm

Die Stadt, das Geld und die Krise

Warum Townhouses selbst an den heruntergekommensten Ecken der Metropolen wie Pilze aus dem Boden sprießen und wie dadurch die Bevölkerung der Innenstädte ausgetauscht wird

der freitag, 06.08.2009

»...In Berlin-Mitte und am Prenzlauer Berg gibt es gegen die umstrittenen Neubauprojekte Engelhöfe und Marthashof sogar regelrechte Protestmobilisierungen, die überwiegend von Mittelklasseangehörigen getragen werden, die zu den Gentrifizierern der ersten Generation gehören...«

WIR PROTESTIEREN!

Laden in der Oderberger Straße ISOT muss schließen

Erlebte Gentrifizierung

Bis Ende Mai 2009 muss der einzige Lebensmittelladen in der Oderberger Straße weichen, weil die Gewerbemiete verdoppelt wurde.

Damit verliert die Straße für uns Bewohner wesentlich an Lebensqualität.

Wir wollen keinen weiteren Schuh- oder Modeladen, wir wollen weiter unsere Milch, unser Brot, Obst & Gemüse in der Straße kaufen können, in der wir wohnen.

Bild

Lebensmittelladen ISOT – Mietwucher – Kein Ende der Gier in Sicht

Liebe BIN – Netzwerker

Aufgrund einer exorbitanten Mieterhöhung der Eigentümer von 110% der Kaltmiete (warm von €2500.- auf 4500.- !) wird in einigen Wochen der einzige Lebensmittelladen in der Oderberger Straße schließen.

Wieder einmal entsteht durch spekulative Gier Schaden für die Allgemeinheit. Aus kurzen klimafreundlichen Wegen werden lange Wege, die einer motorisierten Mobilität Vorschub leisten. Lebensqualität und Nachbarschaft werden zerstört.

Die Betreiber des Feinkost und BIO-Lebensmittelladens »ISOT« haben trotz intensiver Nachfrage bisher keinen geeigneten alternativen Standort im Kiez gefunden. Jeder Hinweis auf eine Alternative oder auch eine Zwischenlösung werden gerne im Laden oder unter dieser eMail-Adresse entgegengenommen.

Im Rahmen des BIN-Netzwerks möchten wir auch anregen dieses Thema auf die Tagesordnung des nächsten Treffens zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Möller
CARambolagen
mail@carambolagen.de
CARambolagen

 

Peter Woelck is dead

witness gentrification: the case of Berlin photographer Peter Woelck

Gentrification Blog
Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

Gentrification Blog

Kiezkantine Oderberger Straße

Der Tagesspiegel, 22.03.2009 – Ärger im Prenzlauer Berg

Die Stimmung zieht sich zu

Berliner Morgenost 27.02.2009

TREND-BEZIRKE: Wie brennende Autos zur »Schlacht um Berlin« wurden

Berliner Zeitung, 07.11.2008

STADTBILD: Mietbegrenzung ist nötig, von Ulrich Paul

TAGESSPIEGEL, 01.11.2008

Umgestaltung Friedrichstrasse 56

Der Architekt des Ur-Hauses wettert

Stadtsoziologen haben für dieses Phänomen den Begriff der Gentrifizierung geprägt: Innenstadtnahe Kieze werden so aufgewertet, dass sich Teile der ...


© 2010 AIM - AnliegerInitiative Marthashof  ·  Link: http://www.marthashof.org/index.php5  ·  Stand: 07.09.2010 13:28 Uhr