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Mauerpark und was sich sonst noch tut in der Republik ![]() |
Marthashof, Schwedter Strasse 37-40 (im Oderberger Dreieck): von 1853 bis 1943Mitte 1853: auf dem Gut des Kirchenvorstehers Nickel, dem Nickels Hof am Verlorenen Weg (1862 umbenannt in Schwedter Strasse), mietet Pfarrer Eduard Kuntze im Verbund mit den Kaiserswerthern Diakonissen »ein Haus nebst Garten... in einer sehr gesunden Gegend auf dem Mühlenberge... Hier haben wir 12 Betten für Mägde eingerichtet und 3 Diakonissen stationiert.« 31. Oktober 1854: die Mädchenherberge am Verlorenen Weg wir eingeweiht 16. Juli 1855: Gründung einer Kleinkinderschule (Kindergarten) für Jungen und Mädchen zwischen drei und sechs Jahren November 1855: Pfarrer Theodor Fliedner kauft das gesamte Anwesen am Verlorenen Weg 21. April 1856: Eröffnung einer Mägde-Bildungsschule, in der »konfirmierte Mädchen aus Berlin, später auch Mädchen von auswärts, auf den Mägdeberuf vorbereitet wurden« und im weiteren Lauf des Jahres 1856 Einrichtung einer am Nachmittag stattfindenen Näh- und Strickschule für 9- bis 15jährige MÄdchen und eine Flickschule für arme Kinder 1. Juli 1858: Gegen den Widerstand der Behörden Eröffnung einer Elementar-Schule für Mädchen für Kinder zwischen 10-14 Jahre»; muss bereits nach wenigen Monaten auf Druck der Städtischen Schuldeportation am 8. Oktober 1858 wieder geschossen werden.
Alter Nordbahnhof, Bildbeschreibung: Berlin Map from 1884, taken from »Droschkenwegemesser von Berlin, 1884«. Am 3. Oktober 1859 wird die Schule mit 14 Mädchen offiziell eröffnet; im April 1860 sind es bereits 26, und bis zum Ende des ersten Schuljahres 46 Schülerinnen, im Jahr 1877 gilt die Schule mit 145 Schülerinnen als überfüllt. Ihre höchste Auslastung erreicht die Marthashofschule mit mehr als 450 Schülerinnen in den Jahren 1917/18. Die Aufgabenfelder haben sich längst von der Mägdeherberge zugunsten der Mädchen- und Frauenbildung verschoben. 1923: ein Schulhort für Mädchen und zum ersten Mal auch für Jungen wird eingerichtet. Seit 1924 erhält die Mädchenschule erstmals finanzielle Zuwendungen und wird ab 1925 regelmäßig unterstützt. Im Oktober 1934 feiert die Schule ihr 75jähriges Bestehen, allerdings mehren sich seit Mitte der dreißiger Jahre die Anzeichen, dass die Mädchenschule geschlossen werden soll: der nationalsozialistsche Staat erhebt den alleinigen Anspruch auf das Schulwesen und sucht die Privatschulen, insbesondere die konfessionellen zu verdrängen. Im Frühjahr 1937 muss die Haushaltsschule aufgegeben werden; Das Kaiserswerther Mutterhaus, das den Kindergarten und das Hospiz hätte weiterführen können, beschließt, sich vom Marthashof zu trennen. Das Anwesen wird dem Gesamtverband der Inneren Mission überlassen. Dieser behält den Kindergarten und baut die anderen Gebäude zu einem Altersheim und einer Unterkunft für Arbeiterinnen um. Bei den Luftangriffen vom 22. und 23.November 1943 wird der Marthashof völlig zerstört. |
Literaturhinweis: Birgit Kirchhöfer aus: Vergessene Biographien (56) – Sabine Krusen: Caroline Fliedner |
© 2010 AIM - AnliegerInitiative Marthashof · Link: http://www.marthashof.org/index.php5 · Stand: 07.09.2010 12:52 Uhr

